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Projekt sparKLAMOTTE

Sylvester nimmt man sich ja theoretisch immer etwas Gutes für das neue Jahr vor. Dies habe ich allerdings nie so gehandhabt, weil das mit dem Einhalten dann immer so eine Sache ist.

2016/1017 kam es jedoch anders!

Mein Kleiderschrank quoll über mit lauter Dingen die ich nicht brauchte, nicht trug oder die trotz höheren Preis von schlechter Qualität waren.

So entstand mein guter Vorsatz, ab 2017 keine Anziehsachen mehr zu kaufen, sondern alles was ich brauche selber zu nähen. Das Projekt „sparKlamotte“ war geboren. Das bedeutet nicht, dass ich Geld sparen möchte!

Mit dem Projekt spare ich mir „einfach“ das Kaufen von Anziehsachen. Ich möchte bewusster auswählen was ich anziehe. Denn seien wir mal realistisch, wer braucht tatsächlich soooo viele Klamotten wie vorhanden sind?! Wenn ich mir ein Kleidungsstück nähe, viel Zeit und Muße investiere, dann mache ich mir tatsächlich intensiver Gedanken darüber, WAS ich haben möchte und brauche.

Zudem finde ich nähen ein Stück weit nachhaltiger als kaufen. Der Stoff muss zwar produziert werden und das geschieht mit Sicherheit nicht unter den besten Voraussetzungen, allerdings bleibt das Erstellen des Kleidungsstückes in meiner Hand!

Schuhe und Jeanshosen sind von meinem Projekt übrigens ausgenommen! Jeanshosen liebe ich einfach viel zu sehr um darauf verzichten zu können. Den besonderen Look einer guten Jeans kann man meiner Meinung nach kaum bis gar nicht nachahmen.

Resümee 2017:

Es ist gar nicht so einfach, sich immer alles selber zu nähen. Manchmal hätte man gerne etwas Neues für einen besonderen Anlass, doch die Zeit zum werkeln ist zu kurz. So ist es auch mir wenige Male in diesem Jahr passiert, dass ich auf ein fertiges Teil zurückgegriffen habe. Zu Anfang passierte mir dies doch glatt zwei Mal aus der Gewohnheit heraus! Und ganz ehrlich, shoppen macht ja auch Spaß! Ich muss sehr aufpassen, dass ich (wie im ersten Viertel des Jahres) das Einkaufen nicht einfach verlagere, indem z.B. Hundi alles Mögliche neu bekommen hat.

So langsam hat sich das Experiment eingependelt. Natürlich werde ich euch weiter darüber berichten 😉

Resümee 2018:

Ab März 2018 gelang es mir immer weniger auf das Klamottenkaufen zu verzichten.  Ich habe ein Praktikum auf dem Büro angefangen. Wer mich kennt weiß das ich gerne lässige Klamotten trage und in der Studienzeit hat man auch mal die ein oder anderen Anziehsachen mit kleinem Löchlein getragen. Da schnell neues her musste gab es einen Großeinkauf. Es waren gleich mehrere Oberteile. Ich hatte ein deutlich schlechtes Gewissen, aber Zeit zum selber nähen war auch keine da. Im Endeffekt sehe ich rückblickend ausschließlich das Jahr 2017 als kauf-freies Jahr. Auf das Praktikum folgte das nächste, eine Nebenjob, die Uni blieb, das Nähen der Hundeartikel kam dazu und für mich selber blieb letztendlich wenig Zeit.

Mittlerweile habe ich eine gute Mischung gefunden. Das ein oder andere gekaufte Kleidungsstück wandert in den Kleiderschrank, aber es bleibt weiterhin Platz für selbst genähtes, wenn die Zeit es zulässt. Ich  nehme auch 2017 aber soooo viel Erfahrung mit. Ich weiß nun was ich gerne trage und was mir steht. Wenn man näht, seine Energie und Zeit in ein Kleidungsstück steckt, überlege ich mit 10 mal was ich brauche und vor allem auch, was ich anziehen werde. Es gibt immer weniger „Schrankleichen“ (Klamotten die man kauft und nach spätestens 3 mal trage für immer im Schrank verschwinden). Das gleiche gilt auch fürs Einkaufen. Ich kaufe keine Klamotten mehr die mir nicht zu 100% gefallen. Was ganz nett ist bleibt im Laden. Nur noch WOW darf in die Einkaufstasche. Bewusstes kaufen bedeutet auch nicht mehr 4 mal im Monat shoppen zu gehen. Auch das war nicht immer leicht. Erst da ist uns aufgefallen wie oft wir am Wochenende als Zeitvertreib einkaufen waren und sich die „Schrankleichen“ immer mehr türmten.

Das Projekt sparKLAMOTTE geht weiter! Ich werde nicht mehr vollkommen auf gekaufte Klamotten verzichten, aber weiterhin sparsam damit umgehen. Eben bewusst „shoppen“ & natürlich NÄHEN!